
Imposante Marina: Seit 1977 wird der Kasseler Hafen nur noch für die Sportschifffahrt genutzt. Die 300 Meter lange Kaimauer, an der ein alter Lastensegler vertäut ist, und die Speicherhäuser erzählen von der Geschichte als Güterumschlagplatz.
Archivfoto: Herzog/Flugschule Knabe, Quelle: www.hna.de
Kassel. Die Nachricht hat auch
bei unseren Lesern ein großes Echo hervorgerufen: Kassel ist wieder
als richtige Hafenstadt im Gespräch. An der vorhandenen
Infrastruktur müsste es nicht scheitern: Die rund 300 Meter lange
Kaimauer und ein etwa 60 Meter breites Hafenbecken sind vorhanden.
Sogar die Schienen der alten Hafenbahn, die erst jüngst anlässlich
von Hafenfesten wiederbelebt wurde, liegen noch.
Die Idee, schwere Gusseisenteile künftig auf dem Wasserweg auch
auf der Fulda zu transportieren, hatte Axel Richter, Chef der
Maschinenfabrik Richter in Hessisch Lichtenau. Vom Kasseler Hafen
aus gelange man auf dem Landweg dann problemlos über die
Hafenstraße und den Kreisel auf die Bundesstraße 7, die nach
Lichtenau führt. Auch von Kasseler Firmen weiß Richter, dass
Interesse für einen Güterumschlag auf dem Wasser besteht.
Ob solch schwergewichtigen Transporte, die auf dem Landweg einen
immensen Aufwand bedeuten, tatsächlich auf der Fulda zu bewältigen
sind, wird eine Testfahrt am 9. Juli zeigen. Dann will man
gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt die Schleusen ganz
genau vermessen. Mehr als 35 Meter in der Länge und 6,75 Meter in
der Breite haben die Schleusen zwischen Hann. Münden und Kassel
jedoch nicht zu bieten. Zur Not könne man passende Pontons bauen
lassen, hat Richter schon als mögliche Lösung im Hinterkopf. Tief
genug ist die Fulda mit mindestens 1,50 Meter Fahrrinnentiefe in
jedem Fall, sagt Rolf-Dieter Summa, Leiter des Außenbezirks Hann.
Münden des Wasser- und Schifffahrtsamtes.
Unterdessen lässt die Firma Richter von einem Statiker schon die
alte Kaimauer untersuchen. Denn es muss gewährleistet sein, dass
die Hafenbefestigung Lastenkräne samt der schweren Ladung
trägt.
Eigentümer des angrenzenden Geländes ist die Firma Transkal, die
den Plänen aufgeschlossen gegenübersteht. "Von uns aus geht alles,
was möglich ist", sagt der Technische Betriebsleiter Udo Borgwardt.
Auch der Yacht-Club Kassel, so Vorsitzender Jan Hörmann, sieht die
Pläne als Chance. (hei)
Quelle: Artikel vom
25.06.2009 aus www.hna.de