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Ohne Zwischenfälle: Gigant rollte nach Hann. Münden

Hann. Münden. Die spektakulären Schwertransporte in der Region sind inzwischen Routine geworden. Ohne jegliche Komplikationen rollten am Samstagabend zwei riesige Guss-Eisenteile von Hessisch Lichtenau nach Hann. Münden.

Die Teile waren in der Firma Richter bearbeitet worden und gehen zu den Saar-Stahlwerken nach Völklingen.

Dort werden sie zur größten Schmiedepresse Europas zusammengebaut, mit der Turbinen für Kraftwerke produziert werden. Um 22.10 am Samstag hatten zwei Schwertransporter mit einem 244 Tonnen und einem 230 Tonnen schweren Guss-Teil das Unternehmen Richter in Hessisch Lichtenau verlassen. Das schwerere Teil war auf einen Hänger verladen worden, der 24 Achsen mit 192 Rädern hat. Die langsame Fahrt ging zunächst über die Bundesstraße 7 zur Autobahnaufahrt Kassel-Ost der A7.

Um 0.25 Uhr am Sonntag passierte der Konvoi die Anschlussstelle Kassel-Nord, die Autobahn wurde kurzfristig gesperrt. Um vier Uhr früh am Sonntag traf der Schwertransport in Hann. Münden ein. Im Laufe des Vormittags werden die Teile mit zwei riesigen Kränen auf Schiffe verladen. Sie bringen die Guss-Teile auf dem Wasserweg Richtung Völklingen.

Alles lief nach Plan. Urspünglich sollte an diesem Wochenende nur ein Transport rollen, es wurden aber schließlich zwei Guss-Teile verschifft. Sozusagen im Gegenveklehr wurde ein 199 schweres Guss-Teil von Hann. Münden nach Hessisch Lichtenau gebracht. Auch dieses Teil war im englischen Sheffield gegossen worden und wird nun bei der Firma Richter weiter bearbeitet. Es wird ebenfalls Bestandteil der Völklinger Schmiedepresse sein. Ein weiteres Teil, das gestern nach Hessisch Lichtenau geliefert werden sollte, konnte dagegen nicht transportiert werden. Das Schiff hatte einen Maschinenschaden.

Anfang Oktober wird nun das schwerste Einzelteil erwartet, das jemals über Deutschlands Straßen rollte. Es wird 300 Tonnen wiegen und ebenfalls über die Weser nach Hann. Münden kommen und von dort über Autobahn und Bundesstraße nach Hessisch Lichtenau gefahren. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, denn es ist aber zu erwarten, dass die Oberwesere zu wenig Wasser führen wird, um das Rekord-Teil bis nach Hann. Münden bringen zu können. Deshalb wird das Transportschiff wahrscheinlich zunächst in Hameln festmachen. Dort wartet man dann auf Regen, damit der Weser-Pegel ansteigt.

Von Frank Thonicke

Quelle: Artikel vom 27.09.2009 aus www.hna.de


Die Daten

Abmessungen Unteres Querhaupt
7 500 x 5 686 x 2 750 mm
Gewicht: 245 t
Aktualisiert am 12.10.2009